22. März 2016 WWModernMedia

Kino Flo Diva Lite – Review

Es werde Licht. Aber Licht ist nicht gleich Licht. Am Filmset gleich dreimal nicht. Doch wird immer noch von vielen Filmemachern das Thema Licht viel zu stiefmütterlich behandelt. Oft hört man dann Aussagen wie „Ich hab doch ’ne super Kamera, da ist das Licht nicht so wichtig.“ Doch diesem Irrglauben sollte man nicht verfallen, denn das „richtige“ Setzen des Lichts und die richtige Auswahl der Lichtquellen trägt maßgeblich zum Ergebnis des Films bei.
Über unsere Erfahrungen mit den Diva Lite 415 Scheinwerfern der Marke Kino Flo möchten wir euch im Folgenden berichten.
Unsere „Diven“ kommen bei uns nun schon seit fast 2 Jahren auf nahezu jedem Dreh zum Einsatz. Indoor wie Outdoor. In einer alten, feuchten Kellerdusche einer alten Industrieanlage, als auch hoch oben auf den Dächern über Stuttgart. Als Hauptlicht, als Fülllicht, als Greenscreen-Ausleuchtung und als Effektlicht.

Technische Daten und Fakten – Diva-Lite 415 Fixture

Eingangsspannung 230 V – 50/60 Hz
Output Frequenz 30 kHz
Dimmbereich 100-5%
Lampenschaltung 2 / 4
Stromstärke 1,1 A
Leuchtmittel 4 x 55 Watt twin tube compact fluorescents (CRI 95)
Farbtemperatur 5.500 Kelvin (Daylight) mit KF55-Lampen
3.200 Kelvin (Tungsten) mit KF32-Lampen
Blue 420nm (Bluescreen) mit K10-Lampen
Green 550nm (Greenscreen) mit K5X-Lampen
Maße 66 × 30 × 15 cm mit 15 cm Toren
Gewicht 5,9 kg inkl. 4 Lampen

Dazu gesagt werden muss, dass einer der entscheidenden Gründe (neben den technischen Daten), warum wir uns damals für die Diva Lite-Lampen entschieden haben, der fest in der Lampe eingebaute Ballast war. Bei allen anderen damaligen Modellen der Firma Kino Flo Lightning Systems im Fluorescent-Bereich war die Ballast-Einheit eine „separate Kiste.“

W&W ModernMedia - Kino Flo Diva Lite im Industrieeinsatz

Lieferumfang

Wir hatten uns beim Kauf für das Set Kino Flo KIT-DV42-230U entschieden.
Dies beinhaltet neben zwei Flächenleuchten und dem Zubehör, auf das gleich eingegangen wird, noch zwei kompakte Stative mit dreifachem Auszug, zwei Lamp Cases für jeweils 4 Lampen und zu guter Letzt natürlich das Hardcase KAS-D42 in welchem alles sicher verstaut werden kann.
Nun zum Lampenzubehör. Und das ist doch einiges. Mit dabei sind zwei 60-Grad Honeycomb, zwei Gel-Frames zur Befestigung von Farb- oder Korrekturfolien mittels kleiner Klammern, zwei Offset-Mounts und zwei Full-Floizers als „Überzieher.“

W&W ModernMedia - Kino Flo Diva Lite bei einem Make-Up-Tutorial

Erster Eindruck

Ein ganz schöner Brocken das Case, und schwer dazu. Das komplette Kit bringt gecased stolze 30kg auf die Waage. Dies dürfe beim Transport aber meist nicht allzu sehr ins Gewicht fallen, da das Case zwei stabile Rollen integriert hat und es somit wie ein Trolley gezogen werden kann.
Nun aber zum ersten Eindruck der Scheinwerfer. Da wir davor nie mit Kino Flo’s gearbeitet hatten, konnten wir uns nicht vorstellen wie sich das Material anfühlt. Im Prinzip ist es ein Kunststoff, der verarbeitet ist wie ein Wellkarton, der an den Außenseiten mit einer flexiblen Metallstange verstärkt ist, die auch gewährleistet, dass die Torblenden in ihrer eingestellten Position bleiben. Dies funktioniert leider nicht ganz so genau wie erhofft und benötigt meist zwei- bis dreimaliges nachjustieren, bis die gewünschte Position eingestellt ist.
Unser erster Eindruck bezüglich des Kunststoffmaterials war, dass das nicht lange halten wird. Nach fast 2 Jahren können wir aber sagen, dass diese Befürchtung unbegründet war und die Scheinwerfer immer noch in einem sehr guten optischen Zustand sind. Man muss aber auch dazu sagen, dass wir sorgfältig damit umgehen.

W&W ModernMedia - Kino Flo Diva Lie bei einem Werbeclip Dreh

Die Kino Flo Diva Lite 415 im Alltag

Wie am Anfang des Beitrags schon erwähnt, kommen unsere „Diven“ bei nahezu jedem unserer Drehs zum Einsatz.
Case öffnen, Scheinwerfer auf das Stativ (wir nutzen meist größere Stative von Manfrotto, da die mitgelieferten in Sachen Höhe meist nicht ausreichen), Strom verkabeln, Schalter an und los geht’s. Naja fast. Die Röhren benötigen meist eine Aufwärmzeit von 2-3 Minuten, bis die volle Lichtleistung erreicht ist. Hin und wieder kommt es auch vor, dass sich beim Transport eine Röhre leicht aus ihrem Sockel löst und dann nicht funktioniert. Dann hilft nur eines. Netzschalter auf OFF, die Röhre aus ihrem Sockel lösen und wieder hineindrücken. Dann wieder einschalten und voilà.
Sehr gut gefällt uns die Tatsache, dass man dank des Center Mount den gesamten Scheinwerfer in nahezu jede Position drehen und neigen kann. Auch ist es damit möglich ihn hochkant zu nutzen. Einziger Wehrmutstropfen dabei ist, dass man ihn dann fast gar nicht mehr nach unten oder oben neigen kann.
Ist die Leuchte richtig aufgestellt kann das Filmen dann auch losgehen. Dabei überzeugt die Unit mit einer hohen Lichtausbeute und je nach Abstand zum Objekt mit schönen weichen Kanten bis hin zu fast stufenlinsenähnlichen harten Schattenrändern.
Was noch sehr positiv zu erwähnen bleibt ist, dass keinerlei Lüfter verbaut sind und auch keinerlei Geräusche vom Hochspannungswandler zu vernehmen sind. Dies ist vor allem bei Interviewsituationen von Vorteil, da man selbst bei Verwendung von Ansteckmikrofonen mit Kugelcharakteristik keine Störgeräusche auf der Aufnahme hat.

W&W ModernMedia - Kino Flo Diva Lite in Zusammenarbeit mit Broncolor HMI und F&V bei einem Imagefilmdreh

Fazit

Wer einen, oder gleich mehrere gute und flexible Flächenleuchten sucht und von einem etwas höheren Preis nicht abgeschreckt ist, ist mit den Diva-Lite 415 Fixtures von Kino Flo Lighting Systems bestens bedient.
Wenn man von der am Anfang etwas „billig“ wirkenden Materialqualität absieht sind es nämlich richtig, richtig gute Scheinwerfer. Wenn man aber nicht allzu grob mit ihnen umgeht sind sie auch für den täglichen Gebrauch auf Drehs bestens geeignet. Und das über Jahre!
Von unserer Seite aus eine absolute Kaufempfehlung. Denn wer sich für die billigeren Nachbauten entscheidet, kauft unter Umständen zweimal.

Liebe Grüße
Eure W&W’s

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